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Wir beide

Was passiert, wenn zwei Einzelkinder, Astrid und Rainer sich entschließen, eine kinderreiche Familie zu gründen? Genau! Sie werden ständig mit Situationen konfrontiert, die sie selbst in ihrem Leben noch nicht durchlebt haben und die sie dann möglichst kompetent und zum Wohle der Kinder durchleben möchten.

Ganz ehrlich, als unsere erste Tochter 1995 geboren wurde, fühlten wir uns eigentlich vom Leben gut vorbereitet für unsere neue Rolle als Eltern. Unsere Lebensläufe verliefen geradlinig und mit erkennbarer Entwicklung – eine Freude für jedes Elternpaar. Uns war es schon 1993 gelungen Eigentum zu erwerben, Rainer war in sicherer und gut bezahlter Anstellung und Astrid konnte mit gutem Gewissen zu Hause bleiben, um sich den Aufgaben als Mutter voll und ganz zu widmen. 1996 wurde unser Sohn geboren, 1998 und 2000 noch zwei weitere Töchter. Damit war unsere Familienplanung dann abgeschlossen. In den nächsten fünf Jahren zogen wir dann zweimal um, bis wir die passende Immobilie für unsere große Familie samt meinen Eltern gefunden hatten.

Und, wieder ganz ehrlich, wissen wir heute nicht mehr, wie wir die Kleinkindzeit damals überlebt haben. Irgendwie ging es. Im Rückblick können wir sagen, dass uns in der Zeit unsere „alte“ Erziehung zugutegekommen ist: nicht groß hinterfragen, einfach machen, schauen, dass der Laden läuft und sich selbst nicht so wichtig nehmen. Wir sind häufig an die Grenzen unserer Belastbarkeit gekommen, ohne darüber zu klagen – es war halt so, wie es war und es war okay für uns. Wir hatten nicht nur vier Kinder und Haus und Garten, sondern auch noch einen Hund, bis zu sieben Meerschweinchen und – als die Kinder älter waren – einige Jahre zwei Pferde. Astrid hat gerne gebastelt und genäht und sich immer irgendwie kreativ verwirklicht. Heute fragen wir uns, wie man das alles unter einen Hut bekommt, ohne dass Haushalt oder Kinder oder Tiere oder das Hobby oder der Partner oder vielleicht auch alles Mangel leidet.

Eines ist klar: seit der Geburt unseres ersten Kindes sind 30 Jahre vergangen. 30 Jahre voller Höhen und Tiefen, voller Träume, die teilweise platzten und durch neue ersetzt wurden, voller Stolpern und Fallen auf den uns nicht vertrauten Wegen und voller Wieder-Aufstehen und Weitergehen, voller Eigene-Grenzen-Überschreiten und neue Grenzen-Setzen, voller Verzweiflung und anschließender Erleichterung darüber, dass sich die ein oder andere Situation dann doch noch zum Guten entwickelt hat. Zwischenzeitlich sind wir Pflegefamilie geworden und haben zwei kleine Jungs im Alter von aktuell 8 und 11 Jahren bei uns aufgenommen. Durch diese beiden Kinder haben wir zu vielen Dingen eine andere Einstellung bekommen und dürfen nochmal unfassbar viel lernen. Gleichzeitig sind wir auch noch Großeltern geworden.

Das alles hinterlässt Spuren. Nicht nur der Körper zeigt deutliche „Gebrauchsspuren“, sondern auch die Seele. Der Körper wird unförmiger und schlapper und bedarf immer mehr Aufmerksamkeit. Die Seele hingegen bekommt Flügel. Damit meinen wir, dass alle Erfahrungen, egal welcher Art, und die Art, wie wir damit umgegangen sind, nach und nach eine neue Sicht auf das Leben freilegen. Und das genießen wir heute! Nicht nur wir selbst können von den Früchten dieser Jahre zehren. Wir merken auch, dass wir anderen Menschen in schwierigen Situationen beistehen und ihnen hindurch helfen können. Das freut uns zutiefst und erfüllt uns mit großer Dankbarkeit!

Wir möchten diese Website gerne dazu nutzen, um von einigen unserer Erlebnisse und der damit verbundenen Erfahrungen zu berichten. Wir möchten unsere Visionen mit dir teilen, aber auch unsere Sorgen.

Unser Motto all die Jahre war und bleibt auch weiterhin: Es gibt immer einen Weg und alles wird gut!!

Astrid und Rainer

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